Geschichte

Wasserwagen in der Hauptfeuerwache 1890
Wasserwagen in der Hauptfeuerwache 1890

Wie alles begann ...

 

1890
Fertigstellung der neuen Hauptfeuerwehrgebäude. Kosten: knapp 800.000 Mark. Größe des Grundstücks: ca. 5.000 qm. Größe der Hoffläche: 2.500 qm.

 

1974
Der Rat der Stadt Köln beschließt den Abriß der Gebäude nach Umzug der Feuerwehr und den Bau eines Wettkampf-Schwimmbades.

 

1976
Bildung einer Arbeitsgruppe "Feuerwache" in der Bürgerinitiative Nördliche Altstadt (BINA) Die Arbeitsgruppe kämpft gegen den Abriß der Feuerwache und beginnt mit der Entwicklung eines Nutzungskonzeptes.

 

1977
Gründung des Vereins "Bürgerzentrum Alte Feuerwache" e.V. (BAF). Der Verein verfolgt das Ziel, den Gebäudekomplex der ehemaligen Feuerwehr zu erhalten und in ihm ein Bürger-, Kommunikations- und Kulturzentrum zu betreiben.

Erstes Veedelsfest 1978
Erstes Veedelsfest 1978

1978
Auszug der Feuerwehr und Verabschiedung einer Rahmenkonzeption durch den Verein BAF e.V. Der Verein führt das erste offizielle Gespräch mit der Stadt. Die Stadt strebt nun auch den Erhalt der Feuerwache und die Umnutzung als Bürgerzentrum an. Die 8-jährigen Auseinandersetzungen zwischen BAF e.V. und der Stadt um die Trägerschaft beginnen. Mit dem ersten "Veedelsfest" wird die provisorische "Zwischennutzung" als Bürgerzentrum durch den Verein eingeleitet. Der Verein ist gemeinnützig und als Träger der freien Jugendhilfe anerkannt.

 

1980
Große Wandmalaktion: In Zusammenarbeit von BAF und TeilnehmerInnen des Kunstpädagogischen Kongresses in Köln entsteht ein riesiges Wandbild auf der südlichen Brandmauer zum Sudermanplatz.

 

ab 1981
Duldung der Stadt: Die Stadt akzeptiert die "Zwischennutzung" durch den BAF e.V., gibt Unterstützung (Gerät, Mobiliar, Übernahme der Energiekosten) und kontrolliert (der städtische Hausmeister bewacht die Schlüssel; Ausgabe nur nach schriftlichem Antrag und schriftlicher Genehmigung durch das Jugendamt der Stadt Köln - etwa 10 Briefwechsel am Tag).

 

1983
Der Sozialausschuß beschließt: Das Zentrum soll kommunal-bürgerschaftlich verwaltet werden. Der BAF e.V. soll in seinem Vorstand zusätzlich 3 VertreterInnen der Ratsparteien und 3 Verwaltungsangestellte der Stadt akzeptieren. Der BAF e.V. lehnt dies ab.

 

Pflanzenlöcher vor der Säulenhalle (heute LOKAL)

... und heute weitergeht

 

1985
Frühjahr: Vereinsmitglieder pflanzen 21 Platanen auf dem Hof der Alten Feuerwache. August: Der BAF e.V. lädt Politiker aller Parteien zu einer Podiumsdiskussion zum Thema "Alte Feuerwache ­ selbstverwaltet oder stadtverwaltet?" ein. Nach einer Berlin-Reise mit Besichtigung eines selbstverwalteten Zentrums revidiert die CDU ihre bisher ablehnende Haltung zur freien Trägerschaft. Die Grünen sind für die Selbstverwaltung. Die SPD beharrt auf dem kommunal-bürgerschaftlichen Modell. Oktober: Der Rat der Stadt Köln beschließt am 24.10. mit 44 gegen 41 Stimmen, daß das Bürgerzentrum Alte Feuerwache in freier Trägerschaft zu führen ist. Dezember: Am 24.12. geht dem BAF e.V. der vom Oberstadtdirektor und vom Sozialdezernenten unterschriebene Trägervertrag zu.

ab 1986
Das Bürgerzentrum Alte Feuerwache wird nun vom Verein BAF e.V. betrieben; die Stadt zahlt einen jährlichen Zuschuß, der sich an vergleichbaren Bürgerzentren in Köln orientiert. Sie trägt 90% der Betriebskosten, 10% werden über Eigeneinnahmen des Vereins finanziert. Die SPD ändert ihre ablehnende Haltung zur freien Trägerschaft; sie initiiert im Rat der Stadt Köln den Beschluß zum Umbau der Alten Feuerwache.

 

1987-89
1.Bauabschnitt: Neubau (Lokal, Saal), Renovierung (Mannschaftshaus)

 

1993-95
2.Bauabschnitt: Renovierung und Ausbau von Funkleitzentrale, Steigeturm und Südtrakt

August 1993

1993
Kürzungen des städtischen Zuschusses im Sommer in Höhe von 20% = 212.000 DM gefährden die Existenz der Alten Feuerwache. BesucherInnen, NutzerInnen, Vereinsmitglieder, MitarbeiterInnen, unterstützt von Presse, öffentlichen und privaten Geldgebern schaffen es, das "Haushaltsloch" so weit aufzufüllen, daß der Bestand der Feuerwache zunächst gesichert ist.

 

ab 1994
Es geht weiter mit wenig Geld, viel Phantasie und Visionen für die Zukunft: ... Neues entwickeln ... Ort des Querdenkens sichern ... Offenheit und Toleranz fördern ... ökologisch arbeiten ... kontroverse Themen im Stadtteil inszenieren und koordinieren ... alternative Politik aktiv vertreten ... kreative Mitge- staltung durch viele NutzerInnen ... Freiraum und Experimentierfeld nach außen sichern ... Die Stadt kürzt weiterhin den Zuschuß; der Kampf um die Existenz wird zu einer ständigen Aufgabe.

Seit 1993: jährlich Indonesien-Tag

2000
Die Feuerwache bringt mehr als die Hälfte der Betriebskosten durch eigene Anstrengungen auf.

 

2002
Der Verein "Bürgerzentrum Alte Feuerwache" ist 25 Jahre alt; viele stadt- und bundesweit wichtige Netzwerke haben sich in dieser Zeit hier gegründet. Die Alte Feuerwache ist zu einem in Köln unverzichtbaren Raum für experimentelle Kunst, Kultur und alternative Politik geworden.