Vom Offenen Treff zum LOKAL

Blick in das LOKAL im Jahr 2002Blick in das LOKAL im Jahr 2002

Der "Offene Treff", entstanden 1982, war Anlaufstelle, Treffpunkt, Besprechungsraum, Cafeteria, Keimzelle für Ideen, kurz: das "Herz" der Alten Feuerwache, lange bevor sie sich offiziell als "Bürgerzentrum" etablierte und als solches von der Stadt Köln anerkannt wurde. Vereinsmitglieder und MitarbeiterInnen übernahmen abwechselnd und meist unbezahlt die Verwaltung und Betreuung des Offenen Treffs.

Im Zuge des Ersten Bauabschnitts wurde die ehemalige Säulenhalle zu einem Gastronomie-Betrieb umgebaut. Der Verein entschloß sich, den Betrieb nun nicht mehr in Eigenregie zu führen, sondern zu verpachten. 1989 wurde das LOKAL eingeweiht.

Das LOKAL wird gleichermaßen als Restaurant, Kneipe, Aufenthaltsraum und Treffpunkt genutzt. Ein Verzehrzwang besteht nicht. Mit seinen Zugängen sowohl von der Straße als auch vom Hof der Alten Feuerwache aus spricht das LOKAL StadtteilbewohnerInnen ebenso an wie ZentrumsbesucherInnen. Abseits vom Straßenverkehr lockt die Terrasse im Sommer viele Menschen. Und wenn dort kein Platz mehr ist: auf dem Hof findet sich immer ein Plätzchen, wo sich ein Kölsch genießen läßt.

Das LOKAL ist täglich von 10.00 - 1.00 Uhr geöffnet und telefonisch zu erreichen unter der Telefon-Nummer 0221-737393.

Herausforderungen

Vorstand und MitarbeiterInnen im Pressegespräch zum Thema Privatisierung des öffentlichen Raumes in der Stadt Köln und anderswo - Oktober 1998Vorstand und MitarbeiterInnen im Pressegespräch zum Thema Privatisierung des öffentlichen Raumes in der Stadt Köln und anderswo - Oktober 1998

Konflikte, Krisen, Umbrüche, Erfolge haben das Bürgerzentrum Alte Feuerwache auf seinem nun 25jährigen Weg immer begleitet: Auseinandersetzungen über den Erhalt der Gebäude in den 70er Jahren, die Durchsetzung der Selbstverwaltung in den 80er Jahren, einschneidende Finanzkürzungen für Bürgerzentren in den 90er Jahren.

Und heute?

Das Thema "Finanzen" bleibt weiterhin so aktuell wie in den 90er Jahren: Während in den ersten Jahren der Trägerschaft der Betrieb des Zentrums zu 90% seitens der Stadt finanziert wurde, beträgt derzeit der städtische Zuschuß ungefähr die Hälfte der Mindest-Betriebskosten - in Abhängigkeit von der städtischen Haushaltssituation und von politischen Prioritäten. Gleichzeitig werden an die Vergabe von öffentlichen Mitteln immer weitergehende Anforderungen geknüpft: Zu den Verwendungsnachweisen kommen Quantitätsnachweise, Bedarfsnachweise, Qualifizierungsnachweise etc. Für die Alte Feuerwache bedeutet das zum einen, daß ein erheblicher Anteil der Arbeit in deren Präsentation gesteckt werden muß, zum anderen daß die MitarbeiterInnen sich neben den Inhalten auch wesentlich um die Finanzierbarkeit der Arbeit kümmern müssen. Planungssicherheit gibt es nicht, der Jahresplan wird zunehmend an Einzelprojekte, die finanziell gefördert werden, geknüpft. Unser Ziel einer mittelfristigen Planungssicherheit ­ eine auf drei Jahre festgelegte Finanzierung seitens der Stadt ­ konnten wir bisher noch nicht erreichen.

Der materiellen Knappheit steht der vielfältige Reichtum der Alten Feuerwache gegenüber: Offene Organisationsstrukturen, die Beteiligung und Gestaltung ermöglichen, kulturelle Vielfalt, verschiedenartige Ressourcen wie Handwerk, Kunst, Soziales, engagierte NutzerInnen, BesucherInnen,Vereinsmitglieder, MitarbeiterInnen.

Aus diesem Reichtum erwächst eine besondere Kreativität und Qualität im Umgang mit kulturellen, gesellschaftlichen und politischen Prozessen. Das hier kumulierte Wissen ­ jenseits der aktuell in den Medien behandelten Themen ­ fließt in Diskussions- und Gestaltungsprozesse, die Handlungs- und Lösungsmodelle für offene Fragen und Probleme anstreben oder zum Ergebnis haben.

Die Alte Feuerwache als öffentlichen Raum für diese Möglichkeiten weiterhin zu erhalten und zur Verfügung zu stellen und in aktiven Auseinandersetzungen mit gesellschaftlichem Wandel weiter zu entwickeln, ist die Herausforderung für die Zukunft.

Herbst 1995, überarbeitet Frühjahr 2002 Erhältlich auch als Broschüre in der Alten Feuerwache gegen eine Schutzgebühr von 1,- Euro.